Genießer soll Steuer bezahlen

Quelle: GA 328, S. 184-185, 1. Ausgabe 1977, 10.02.1919, Dornach

Die Physiokraten: das wirtschaftliche Leben ganz von Naturgesetzen beherrscht, die frei walten sollen.

Quesnay:

1. Produktivität des Bodens

2. Unproduktivität des Handels und der Industrie.

einzige Steuer: landwirtschaftliche Ertragsteuer.

3. Ohne Nutzen ist die künstliche Geldvermehrung.

4. Laisser faire, laisser aller.

Es scheint an dieser Anschauung sehr vieles richtig - Woran liegt ihr Ungenügendes? -

1. Man wird die Steuer nur richtig orientieren, wenn man davon ausgeht: in dem Augenblicke, in dem ich in den sozialen Organismus mit meiner Tätigkeit eingreife, stelle ich auf den Markt, was ich der Allgemeinheit verdanke: also muß ich steuern. Bezahle ich ein Industrieprodukt, eine Handelsleistung, so muß ich steuern für die Möglichkeit, mich in den sozialen Organismus hineinzustellen. In jedem Falle muß der Genießer die Steuer bezahlen. Führt das nicht zum Drücken der Preise? Doch nur dann, wenn der Produzent sich drücken lassen kann - nicht aber, wenn das nicht der Fall ist.