Auch deutsche Demokratie international diskreditiert

Quelle: GA 338, S. 229-230, 4. Ausgabe 1986, 02.01.1921, Stuttgart

In dem Augenblick, wo, wenn auch nur in eingeschränktem Maße, in irgendeinem Punkte an die Selbstbestimmung der Menschen in Mitteleuropa appelliert werden kann, muß sich zeigen, daß aus dem deutschen Wesen heraus das deutsche Wesen nichts zu tun haben will mit all denjenigen, die einen Zusammenhang haben mit den alten Gewalthabern, gleichgültig, ob sie alte Staatsmänner sind oder ob sie Industrielle sind, die ihren Profit gesucht haben, ganz gleichgültig, ob sie auf der Seite von Helfferich oder Erzberger stehen oder auf der Seite der deutschen Demokratie. Alles das, was irgendeinen Zusammenhang mit dem, was zunächst in das Wilhelminische Zeitalter hineingesegelt ist, hat, muß ausgeschaltet werden. Und aus dem wirklichen Untergrund des deutschen Wesens, zu dem auch das österreichische gehört, muß dasjenige gefunden werden, was gesagt werden kann. Denn dann stimmt das überein mit dem, was jene, die sich noch besinnen auf die Wahrheit, in der ganzen Welt sagen. Daher wird in der ganzen internationalen Welt der größte Eindruck hervorgerufen werden können, wenn irgendein Häuflein sagt: Wir wollen nichts zu tun haben mit dem Preußen, wie es sich herausgebildet hat, wir wollen nichts zu tun haben mit demjenigen, was unter der Protektion der Entente steht, wir wissen, daß aus den Untergründen ganz andere Kräfte aufsprossen können, wir wollen uns auf den Standpunkt der Dreigliederung stellen, wir wollen nicht nur eine Scheinautonomie, wie sie doch hervortreten würde, wir wollen eine wirkliche, wahre Autonomie und werden uns provisorisch innerhalb dieser wahren wirklichen Autonomie einrichten, wir machen die Abstimmung zu einem Protest gegen die Tatsache der Abstimmung. Das ist die notwendige Konsequenz, die sich aus den Tatsachen der Geschichte, wie auch aus denen der gegenwärtigen internationalen Verhältnisse, ergibt.