Quelle: GA 340, S. 181-182, 5. Ausgabe 1979, 04.08.1922, Dornach
Nun aber denken Sie, es kommen jene Schenkungen zustande, die ja im volkswirtschaftlichen Prozeß auch durchaus ihre Bedeutung haben, jene Schenkungen, von denen ich ja schon in vielfacher Beziehung gesprochen habe. Schenkung ist alles das, was man in das Erziehungswesen zum Beispiel hineinsteckt, namentlich wenn es sich um freies Geistesleben handelt. Aber es ist das jetzt auch schon so, nur daß es die Leute nicht merken. Wenn Sie direkt schenken, dann ist Ihre Vernunft drinnen. Jetzt schenken Sie auch, nur wird es in die Steuer und so weiter hinein gemacht, da verschwindet es im allgemeinen Nebel des Wirtschaftens und man bemerkt die Geschichte nicht. Dadurch aber eben geht die Sache wild, sonst würde Vernunft hineinkommen. Aber überlegen Sie sich einmal, was für Geld Sie verwenden werden, wenn es sich um Schenkungen handelt, wenn Sie nun wirklich volkswirtschaftlich denken werden? Wenn es sich um Schenkungen handelt, werden Sie altes Geld verwenden, das möglichst bald nach der Schenkung seinen Wert verliert, so daß gerade noch derjenige kaufen kann, der die Sache geschenkt bekommt.